Wer sich mit der Stickerei beschäftigen möchte, kommt nicht am so genannten Kreuzstich vorbei. Er empfiehlt sich besonders für Anfänger, weil er sehr einfach zu erlernen und umzusetzen ist. Zur Grundausstattung gehören im wesentlichen eine Näh- oder Sticknadel und das zu verarbeitende Garn. Dafür eignet sich am besten Wolle, Perlgarn für glatte und glänzende Oberflächen, 6-fädiger Sticktwist oder Seidenfäden zum Einsticken. Ein Fachgeschäft kann Ihnen bei der Auswahl der Materialien behilflich sein. Oftmals empfiehlt sich auch ein Stickrahmen. Der Stoff wird straff in den Rahmen gespannt, um Verzerrungen im Muster vermeiden zu können.
Seine Anfänge nahm die Stickerei in China, etwas später auch in Indien und Ägypten. Von da aus breitete sich dieses kunstfertige Handwerk in der antiken griechischen und römischen Welt aus und war schnell nicht mehr wegzudenken aus dem Alltagsleben betuchter Damen hohen Standes. Sticken gehörte zum beliebten Zeitvertreib der Oberschicht, die sich teure Stoffe für festliche Gewänder leisten konnten. So bedeuteten bestickte Tücher und Stoffe aller Art Reichtum und Wohlstand. Seit dem Mittelalter werden bestickte edle Stoffe von der Kirche für Gewänder benutzt. Auch der Papst trägt wertvolle Gewänder, die durch Stickerei verschönert wurden. Neben den geistlichen Würdenträgern schmückten sich auch weltliche Herrscher mit Stickereien. Kaiser und Könige besaßen unschätzbare Gewänder aus bestickten Stoffen.
Neben dem schnell zu erlernenden Kreuzstich haben sich viele weitere Sticktechniken herausgebildet. Das deutsche Zentrum der Stickerei befindet sich seit über 125 Jahren in Plauen und dem Vogtland. Von dort aus wird die so genannte Plauener Spitze weltweit vermarktet. Sie zeichnet sich durch eine besonders hohe Qualität aus und gilt als besonders wertvoll. In Plauen und Umgebung gibt es auch heute noch knapp 40 klein- und mittelständische Unternehmen, die sich der Herstellung von Stickereien verschrieben haben. Sie stellen hauptsächlich Tischdecken, Gardinen, Brautmode und viele andere Accessoires für Damen her. Damenoberbekleidung und Unterwäsche gehört ebenfalls zum Sortiment des Plauener Stickereihandwerks, das heute überwiegend maschinell betrieben wird.